Entmystifizierung der Risiken bei Peer-to-Peer-Krediten: Wie das Risiko Ihr Freund sein kann

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Alle Peer-to-Peer-Kreditplattformen müssen mit verschiedenen Formen von Risiko umgehen, aber es ist die Art und Weise, wie eine Plattform diese Risiken abmildert, sodass sie sich von der Konkurrenz unterscheidet. Als ein Investor möchten Sie wissen, wie Geld auf einer Peer-to-Peer (P2P)-Plattform vergeben wird und welche Risiken damit auf der Plattform verbunden sind.

Entmystifizierung der Risiken bei Peer-to-Peer-Krediten: Wie das Risiko Ihr Freund sein kann@Olivier26 / DEPOSITPHOTOS

Um die Risiken der P2P-Kreditvergabe zu verstehen, ist es zunächst wichtig, den Kreditvergabeprozess zu verstehen, der dem von Banken verwendeten Prozess ähnelt, wenn eine Person (oder ein Unternehmen) einen Kredit beantragt. Der große Unterschied ist jedoch, dass bei der typischen P2P-Kreditvergabe das Risiko auf den Schultern der privaten Investoren liegt und nicht bei einer Bank oder einem Finanzinstitut.

Im Folgenden sehen sie den üblichen Prozess der Peer-to-Peer-Kreditvergabe: 

  • Kreditnehmer beantragen Kredite, indem sie ihre persönlichen und finanziellen Informationen (z. B. Einkommensniveau, historische Zahlungsausfälle, Businessplan etc.) angeben.
  • Die P2P-Kreditplattform prüft die Kreditnehmer, führt Profilanalysen durch und schätzt das Risikoprofil ein, um den Zinssatz für den Kredit zu berechnen.
  • Falls das Risikoprofil des Kreditnehmers die Kriterien der Plattform erfüllt, wird der Kredit auf der Plattform veröffentlicht.
  • Privatanleger wählen dann bestimmte für sie passende Kreditprojekte aus und den Betrag, den sie investieren möchten.
    • Falls die Plattform eine Rückkaufgarantie anbietet, zahlt der Sicherheitsfonds der Plattform das Geld und in der Regel auch einen Teil bzw. die gesamten Zinsen an den Investor zurück.
    • Bietet die Plattform keine Rückkaufgarantie an, verliert der Anleger sein Investment. 

Investieren auf der Nibble-Plattform: Wie das Risiko Ihr Freund sein kann 

Hier gehen wir auf die «hypothetischen» Risiken beim Investieren auf der Nibble-Plattform ein.

Warum werden diese Risiken als hypothetisch bezeichnet?

  • Keines der Risiken hat sich während des Bestehens des Unternehmens in der Realität gezeigt. Das bedeutet, dass alle Investitionen pünktlich mit dem vorher festgelegten Zinssatz zurückgezahlt wurden.
  • Nibble legt Wert auf seinen Ruf und bietet eine Anlagestrategie mit Rückkaufgarantie für die enthaltenen Vermögenswerte und Zinsen sowie Strategien mit höheren Renditen an.
  • Das Geld der Investoren wird für den Kauf von Kreditansprüchen verwendet, die von den Holdinggesellschaften von IT Smart Finance (Kreditanbahner) vergeben werden, d. h. wir nehmen keine externen schwer kontrollierbaren Investitionen vor. Bevor der Endkunde seinen Kredit erhält, durchläuft er einen mehrstufigen Verifizierungsprozess, was langfristig eine höhere Rendite garantiert.

Im Folgenden sehen Sie die Risiken, die sich während des Investitionsprozesses ergeben können: 

1. Vorauszahlungsrisiko (verfrühte Zahlung)

Wenn der endgültige Kreditnehmer den Kredit vorzeitig zurückzahlt, was in der Regel durch die Rückzahlung des Hauptbetrages und der bis zum Zeitpunkt der vorzeitigen Rückzahlung aufgelaufenen Zinsen geschieht, erhalten die Investoren möglicherweise nicht exakt den erwarteten Betrag ihrer Einnahmen.

Um dieses Risiko zu minimieren, ist es sehr wichtig, die Investitionen zu diversifizieren und die automatische Reinvestitionsfunktion zu nutzen. Auf diese Weise können Sie den Verlust von Einnahmen aus nicht investierten Mitteln auf Ihrem Konto vermeiden. 

2. Kreditausfallrisiko

Da es sich bei der P2P-Kreditvergabe um eine schuldenbasierte Anlageform handelt, besteht das häufigste Risiko darin, dass der Kreditnehmer zukünftige geplante Zahlungen nicht (vollständig) oder verspätet leistet. Bei der traditionellen P2P-Kreditvergabe stellt dies ein Risiko für den Ausgang Ihrer Investition dar, da die Einnahmen vollständig von den Rückzahlungen des Kreditnehmers abhängen.

Nibble mildert dieses Risiko, indem eine Anlagestrategie mit einer Rückkaufgarantie für Kredite samt Zinsen angeboten wird. Dies schließt die Möglichkeit eines Verlustes aus einer Einzelinvestition aus, da der Kredit vom Kreditanbahner (Joymoney) zu einem vorher festgelegten Preis zurückgekauft wird. Falls die Rückzahlung des Kredits sich verzögert, garantiert das Unternehmen, das den Kredit vergeben hat, diesen am 61. Tag zurückzukaufen.

Ein Investor kann dann aber immer noch mit der Möglichkeit eines Ausfalls des Kreditanbahners konfrontiert werden, falls dieser nicht in der Lage ist, seine Garantie zu erfüllen – dies ist das nächste Risiko, das wir adressieren. 

3. Ausfallrisiko des Kreditanbahners bzw. Kreditunternehmens

Der Kreditanbahner, in den die Gelder der Anleger investiert werden, ist finanziell stabil und zuverlässig. Es handelt sich um professionelle Kreditgeber mit einer guten Erfolgsbilanz, die Kreditnehmer und damit verbundene Risiken anhand mehrerer Parameter und Kriterien (z. B. Aktivitäten des Kreditnehmers in sozialen Netzwerken, Informationen über frühere Kredite und die Zahlung von Steuern und Bußgeldern) überprüfen.

Das Risikomodell eines Kreditanbieters ist sein Wettbewerbsvorteil. «Wir arbeiten mit unseren eigenen Scoring-Technologien sowie denen von Drittanbietern. Beide zusammen ergeben einen sehr komplexen Prüfalgorithmus, der ständig verbessert wird. Unsere Software ermöglicht es uns, schnell und effizient neue Verifizierungsmethoden in den Bewertungsalgorithmus für den Kreditnehmer zu integrieren, die auf Daten von sozialen Netzwerken, Zahlungsdienstleistern und Ortungsdiensten basieren», sagt Maxim Pashchenko, Gründer der Crowdfunding-Plattform Nibble.

«Unser internes Scoring wird durch externe Scoring-Technologien wie Scorista ergänzt. Dies gibt uns die beste Prognosestärke auf dem Markt und hilft uns, Kreditentscheidungen in weniger als einer Minute zu treffen, indem wir direkt die wichtigsten Determinanten zum Zeitpunkt der Kreditvergabe prüfen», fügt er weiter hinzu.

Das Worst-Case-Szenario wäre jedoch, wenn ein Kreditanbahner in Konkurs geht, seine Garantien nicht einhalten kann oder seine Geschäftstätigkeit einstellt. Die Kreditgeber könnten am Ende einen Teil oder sogar das gesamte Geld verlieren, das sie in die Kredite des Anbahners investiert haben.

In diesem Fall wird eine Verwaltungsgesellschaft beauftragt, den Investoren zu helfen, ihre Gelder gemäß den Ansprüchen gegenüber dem Kreditnehmer zurückzuerhalten. Darüber hinaus gibt es zusätzlich einen Reservefonds, der als «Sicherheits-Airbag» für die Anleger dient.

Eine gute P2P-Kreditplattform stellt sicher, dass ihre zugelassenen Kreditanbahner zuverlässig und finanziell stabil sind und eine gute Erfolgsbilanz aufweisen. 

4. Risiko begrenzter Liquidität

Es gibt Vorkommnisse im Leben, die plötzlich den Bedarf an Bargeld erhöhen. Wenn dies geschieht, wird Liquidität für Sie als Investor sehr wichtig.

«Nun, für einen Investor ist ein langfristiger Gewinn nicht so wichtig wie die Einnahmen aus Investitionen. Heutzutage ist es wichtig, so schnell wie möglich Einnahmen zu erzielen, denn in der Ära der Black-Swan-Ereignisse ist es schwierig, die Gewinne vorherzusagen, die man bekommen wird. Einnahmen im Hier und Jetzt sind das Wichtigste», sagt Maxim Pashchenko.   

Nibble ermöglicht es den Investoren, ihr Geld noch vor dem Ende der Investitionslaufzeit abzuheben und den Vertrag früher zu beenden.

Wie ist das möglich?

Nachdem Sie eine vorzeitige Beendigung des Investitionsvertrags beantragt haben, beginnt Nibble mit der Suche nach einem Investor für Ihr Portfolio. In diesem Fall investiert ein neuer Investor in Ihr Portfolio und Nibble zahlt den Betrag des investierten Vermögens und die Einnahmen, die durch Strategien erzielt wurden, aus – unter Einbehaltung einer Provisionsgebühr von 3 % des zu zahlenden Gesamtbetrags.

Für den Fall, dass Nibble innerhalb von 30 Kalendertagen nach Erhalt einer Anfrage zur Beendigung des Investitionsvertrags keinen Investor für Ihr Portfolio findet, wird der Betrag aus dem Reservefonds gezahlt. 

5. Externe Risiken (einschließlich Änderungen der Gesetzgebung und Länderrisiko)

Die Fintech-Branche ist dynamisch und die Vorschriften eines Landes können sich im Laufe der Zeit ändern. Die Holdinggesellschaft IT Smart Finance verfügt über ein Team von qualifizierten internationalen Anwälten, die regelmäßig Änderungen in der Gesetzgebung der Länder überprüfen, in denen die Holdinggesellschaften vertreten sind. So erkennen wir frühzeitig die Umstände, die sich theoretisch auf das Kerngeschäft auswirken können.

Im Falle signifikanter Änderungen, die die Tätigkeit des Unternehmens einschränken, hat der Investor die Möglichkeit, den Vertrag vorzeitig zu kündigen und seine Mittel zurückzuziehen. 

Verschiedene Risiken bei verschiedenen Anlagestrategien

Die verschiedenen Strategien sind mit unterschiedlichen Risiken verbunden. Daher bietet Nibble drei Anlagestrategien: klassisch, balanciert und speziell. Diese unterscheiden sich nicht nur im Grad der Risiken, sondern auch in der Art und Weise, wie diese Risiken zwischen der Plattform und dem Kunden aufgeteilt werden, sowie in der Höhe der jährlichen Erträge bei jeder Strategie. 

Die Klassik-Strategie hat kürzere Investitionslaufzeiten von einem Monat bis sechs Monaten und niedrige Einstiegshürden. Der Mindestbetrag für den Investitionseinstieg liegt bei 10 Euro. Allerdings erhält der Anleger auch eine geringere Rendite von 9,7 % pro Jahr. Bei der Klassik-Strategie investieren Kunden in unbesicherte Konsumentenkredite der Klassen AA, A und BB, bei denen das Verzugsrisiko des Kreditnehmers sehr gering ist. Diese Strategie umfasst auch eine Rückkaufgarantie, sodass die Rentabilität fix und garantiert ist. 

Die Balance-Strategie arbeitet mit Investitionen in Konsumentenkredite, die als BB, B oder CC klassifiziert sind. Das Risiko der Nicht-Rückzahlung eines Kredits ist bei dieser Strategie minimal, obwohl NPL 30 und NPL 60 auftreten können. Sie werden letztlich jedoch fast immer zurückbezahlt. Das Ausfallrisiko ist bei dieser Strategie gering, aber die Erträge sind deutlich höher als bei der Strategie mit festen Erträgen. Die Rendite beträgt 12–15 % pro Jahr bei einer Anlagedauer von 7 bis 60 Monaten. Der Mindestanlagebetrag zum Einstieg liegt bei 100 Euro.

Die letzte ist die Spezial-Strategie. Hierbei handelt es sich um Investitionen in unbesicherte Konsumentenkredite der Kategorien B, CC und C. Das Kreditausfallrisiko ist bei dieser Strategie höher als bei der Balance-Strategie. Die Erträge, die bis zu 19 % p.a. betragen können, kompensieren jedoch in Summe durchaus mögliche Verluste des Anlageportfolios. Der Anlagezeitraum von 12 bis 60 Monaten besteht, da dieses Portfolio Kredite enthält, bei denen es zu einem Zahlungsverzug kommen und deren Einholung einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen kann. Der Mindestbetrag zum Start beträgt jedoch 500 Euro. 

Die beiden letzten Strategien ermöglichen eine viel höhere Rentabilität bei längeren Investitionslaufzeiten, verfügen aber über keine Rückkaufgarantien. Im Falle einer Nichtrückzahlung durch den Kreditnehmer trägt der Investor das Risiko, sein gesamtes oder einen Teil seines investierten Kapitals zu verlieren. Gleichzeitig halten diese Strategien aber ein günstiges Gleichgewicht zwischen Risiko und Rentabilität, was sie immer noch zu einer rentablen Art der Geldanlage macht.  

Abhängig von Ihrer Risikobereitschaft sind Sie als Investor in der Lage, Ihre eigenen Vorlieben umzusetzen und zu entscheiden, in welche Art von Strategie Sie investieren möchten.